Ich wär’ so gerne…

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Die Kinder sind groß. So groß, dass sie sich Gedanken über ihre berufliche Zukunft machen. Wo liegen meine Stärken, meine Schwächen? Will ich für Ordnung sorgen, mit Menschen arbeiten, meinen Körper einsetzen oder forschen? Beraten, reparieren, präsentieren, intervenieren, modelieren, fantasieren? Die Kinder malen sich ein Zukunftsszenario und wir hören im Idealfall zu, fragen nach und sind offen für deren Ideen und Wünschen.

An der Schule meiner Tochter wird  in der 11. Jahrgangsstufe eine 5-tägige Berufs- und Studienorientierungsreise durch geführt, welche viele junge Erwachsene mit einem klareren Bild von sich selbst und ihren Berufswünschen hervorbringt.

Und ein bisschen ist man da doch neidisch, oder geht das nur mir so?

Als ich vor ca. 27 Jahre bei der Berufsberatung saß und dem Berater verkündete, ich wolle Schauspielerin oder vielleicht auch Schriftstellerin werden, ich sei da noch nicht so ganz sicher, da lächelte dieser milde und zog fröhlich sein festgezurrtes Programm durch. Dieses Programm bestand selbstverständlich darin , mich von diesen “verrückten” Gedanken abzubringen.

Vielen jungen Menschen meiner Generation erging es damals ähnlich. Menschen, die nun zwischen Mitte 30 und Ende 40 mit beiden Beinen fest im Leben stehen, aber nicht so wirklich “lieben” was sie da tagtäglich tun. Und damit wird der Beruf zur Anstrengung, die er gar nicht sein sollte.

Mach’ Dir das zum Beruf, was Du wirklich liebst und Du wirst in Deinem weiteren Leben nie arbeiten müssen.

Utopisch, weichgespült, aber auch wahr! Und wer sagt denn, dass man nur in jungen Jahren zur Berufsberatung gehen kann. Warum nicht auch mal, statt einer Sportmassage, eine Berufs- und Studienorientierung machen? Es ist nämlich nie zu spät, das zu werden, was man hätte sein können…